Die Vorbereitungen verliefen dieses Mal nicht ganz reibungslos: zuerst gab es diverse Probleme bei der Buchung und dann mussten wir entsetzt feststellen, dass wir die Vormittags-Fähre knapp verpassen würden. Antonis auf Leros hatte dafür aber diverse Optionen parat: vom Speedboat über Anreise nach Kalymnos und vorgetäuschten Motorproblemen beim „Leros Express“ (damit wir diesen rechtzeitig erreichen konnten) war alles drin. Letztendlich hat das Wetter alle Anreise-Probleme gelöst: der Wind war so stark, dass weder Speedboat noch Katamaran am Vormittag fahren konnten. Letzterer wurde auf nachmittags verlegt und so war es nun doch möglich, bequem, ohne größere Umstände, anzureisen – dachten wir jedenfalls… „Bequem“ wurde es nicht, wir wurden ziemlich durchgeschüttelt und preschten bei sehr starkem Wellengang und hoher Gischt durch die aufgewühlte Ägäis. So manche „K-Tüte“ wurde gefüllt, aber die 7 Komitee-Mitglieder hielten tapfer durch.
Dafür wurden wir mit einem herzlichen Empfang durch Antonis, Theodoris Asvestas (Hotel Crithonis Paradise), Carolina und Louna belohnt, die uns mit einem Blumenstrauß begrüßten und im VIP-Bus zum Hotel brachten. Hier wurde erst mal auf die überstandene abenteuerliche Überfahrt angestoßen.
Zur Einstimmung auf Leros wurden wir von „Artemis“ am Abend zu Fisch und Seafood eingeladen: Giota hat uns wie gewohnt ein köstliches Essen aufgekocht. Der erste Abend klang somit in geselliger Runde zusammen mit „Artemis“-Mitgliedern gemütlich aus.
Es folgten noch viele weitere Einladungen von Bekannten, Freunden und Vereinen, mit denen wir in Verbindung stehen: Barbecue mit Marietta und ihrem Basketballteam, griechisches Buffet mit der Theatergruppe in deren Kleinem Theater am Hafen, Fisch-Essen bei Kostas („Iones Tennis“), Muttertags-Essen mit den „Frauen ohne Grenzen“, Snacks in der „Caserma of herbs“, … Auch viele Frappés haben wir mit unseren griechischen Freunden an vielen schönen Plätzen auf Leros getrunken.
Erstmals haben wir Floras Tierheim für Hunde im Wald bei Lakki besucht. Es hat einen sehr ordentlichen Eindruck gemacht, die Hunde wirkten allesamt gepflegt. Die Freude über unseren Besuch war riesengroß. Die Ehrenamtlichen engagieren sich mit sehr viel Liebe für die Vierbeiner. Das Hundeasyl wird in geringem Maße von der Gemeinde Leros unterstützt und lebt natürlich hauptsächlich von Spenden und ehrenamtlicher Arbeit. Das Problem sind die Tierarztkosten, die sehr hoch sein können. Falls jemand Flora und ihr Team, bzw. die herrenlosen Hunde im Hundeasyl, unterstützen möchte: hier die Kontoverbindung:
Dog shelter Leros
IBAN: GR83 0110 4030 0000 4030 0547 045
BIC: ETHNGRAA
Das Geld kommt direkt dort an; alles ist seriös!
An einem der Tage waren wir mit Antonis als Reiseführer unterwegs. Zwei unserer Mitreisenden waren das erste Mal auf Leros und konnten somit einen guten Eindruck von der Insel, ihren Sehenswürdigkeiten und der Geschichte gewinnen.
Auch auch wir selbst waren dank Laszlo als Fahrer eines 7-Sitzers in den entlegensten Winkeln der Insel unterwegs.
Ein Highlight war die Fahrt auf den Mount Patella (240m), den uns Odysseas und Lena Karanikola ermöglichten. Odysseas (im November noch als „Aigisthos“ auf der Bühne im „Kulti“ in Aschheim) erwies sich als ausgezeichneter Kenner der Militärgeschichte von Leros und konnte uns viele Kriegs-Überbleibsel zeigen und erklären. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist das „Aerophone“ („acoustic mirror“). Diese „Hörwand“, eine Art akustisches Radar, ist in drei gebogene Sektoren unterteilt und gewährleistet somit eine vollständige akustische 360°-Abdeckung. Sie war Teil eines militärischen Telekommunikationszentrums und wurde irgendwann nach 1930 von der Italian Royal Navy gebaut. Die Hörreichweite dieser Wand betrug 25 km, was eine Vorwarnzeit von 17 Minuten ermöglichte, bevor feindliche Flugzeuge die Insel erreichen konnten. Jetzt ist sie ein denkmalgeschütztes Gebäude.
Das Gefühl, die Militärgeschichte von Leros und die unrühmliche deutsche Beteiligung („52 Tage Schlacht um Leros, 1943“) zu hören und gleichzeitig die Relikte zu sehen, war beklemmend.
Die Sicht von dort oben aber war atemberaubend!
Zum Abschluss verschlug es uns noch in die kultige „Savana-Bar“ in Pandeli, um Kyriakos und „unsere“ griechischen Feuerwehrler Michalis und Dimitris zu treffen.
Auf Leros haben wir schon überall darauf hingewiesen, dass in den Pfingstferien unsere jungen Basketballer, die „Panthers“ vom FCA, kommen werden und im September unsere Aschheimer Senioren. Sicherlich werden diese Gruppen ebenso herzlich empfangen und umsorgt, wie es bei uns der Fall war.